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Erbbaurecht: Ein Klassiker wird im Immobilienboom langsam wiederentdeckt

Viele wissen nicht, dass Verträge beliebig oft verlängert werden können

München, 18. November 2013. Nachdem Grundstücke jahrelang an den Meistbietenden verkauft wurden, gewinnt das Thema Erbbaurecht in Deutschland wieder an Bedeutung. „Die enorm gestiegenen Grundstückspreise sowie die hohe Nachfrage nach Immobilien machen die Erbpacht wieder interessanter“, sagt Martin Greppmair, Chefprojektentwickler des Bauträgers Euro Grundinvest. Während die Erbpacht von Kirchen und Kommunen schon seit längerem genutzt wird, agieren private  Grundstücksbesitzer jedoch noch zögerlich. Nicht selten entgehen ihnen dadurch Chancen.


Martin Greppmair ist schon seit einigen Jahren im Immobilienmarkt tätig. Doch eine Frage verwundert ihn immer wieder: Warum wird das Erbbaurecht hierzulande vergleichsweise selten genutzt? „Sowohl für Grundstücksbesitzer als auch für Bauherren kann sich das Erbbaurecht rentieren. Es handelt sich nicht um Eigentum zweiter Klasse, da Pächter nahezu dieselben Rechte haben wie Grundstückseigentümer“, erklärt Greppmair. Sie können die auf dem Grundstück errichtete Immobilie selbst nutzen, vermieten, verkaufen – und sogar vererben. Selbst die Vorbehalte wegen der meist auf 60 bis 99 Jahre begrenzten Laufzeit sind laut Euro Grundinvest unbegründet. Auslaufende Erbbaurechtsverträge lassen sich beliebig oft erneuern.


Durch die hohen Grundstückspreise in München lohnt sich die Erbpacht besonders bei Wohnimmobilien. Für die Nutzung des Grundstücks wird zwar ein Erbbauzins fällig, der in etwa auf Höhe des Hypothekenzinsniveaus liegt. Allerdings addiert sich der sonst fällige Grundstückskaufpreis nicht zur Immobilie hinzu, wodurch der Bauherr in der Regel weniger Eigenkapital benötigt. Für Kapitalanleger, die ihre Immobilie vermieten wollen, mitunter ein lohnendes und liquiditätsschonendes Modell: Der Kaufpreisfaktor sinkt, die Rendite steigt.


Darüber hinaus zählt in Ballungszentren wie München nicht selten ein weiteres Argument. „Die Grundstücke für Neubauvorhaben sind so knapp, dass die Frage oftmals nicht lautet, zu welchem Preis gebaut wird – sondern ob überhaupt gebaut werden kann“, sagt Greppmair von Euro Grundinvest. Hier eröffnet die Erbpacht Grundstücksbesitzern die Chance, lukrative Einnahmen mit ihren begehrten Lagen zu erzielen, ohne sich dauerhaft vom Eigentum trennen zu müssen.