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JUN

Aus WirGarten wird WIR QUARTIER



• Namenstaufe für Wohnhochhäuser
• Hochhausprojekt am Erfurter Juri-Gagarin-Ring führt die Idee von Natur und Vielfalt des urbanen Gartenareals fort

Erfurt (16. Juni 2017). Die beiden auf dem Gelände des Erfurter WirGartens am Juri-Gagarin-Ring geplanten Wohntürme haben einen Namen: WIR QUARTIER. „Das Bauprojekt ist für Erfurt nicht nur architektonisch ein Aufbruch in eine neue Zeit, sondern ebenso politisch und gesellschaftlich. Wir haben daher einen Namen entwickelt, der über die Idee der bisher üblichen räumlichen Zuordnung oder der Immobilienbeschreibung hinausgeht“, erklärt Carola Busse, Geschäftsführerin der Wachsenburg Baugruppe und Initiatorin des Neubauvorhabens. Im Rahmen des WirGarten-Sommerfestes am Donnerstag wurde der Name nun publik gemacht.

Busse: „Das Quartier entsteht auf dem Areal des WirGartens, der 2017 im zweiten und letzten Jahr an dieser Stelle existiert. Auch wenn das Ende des WirGartens für viele Besucher und auch uns ein schmerzhafter Abschied sein wird, werden wir doch wesentliche Ideen, Werte und Erkenntnisse aus der Zeit des WirGartens in das neue Quartier übernehmen: Offenheit, Gemeinschaft, Heterogenität, Naturnähe, soziales Miteinander, Toleranz, Kreativität und Gestaltungskraft.“ Die Natur des WirGartens etwa lebt in der aufwändigen vertikalen Fassadenbegrünung weiter, mit der das Projekt schon jetzt über die Stadtgrenzen der Landeshauptstadt hinaus für Aufmerksamkeit sorgt.

Für die soziale Durchmischung und Urbanität sorgt der Projektentwickler durch verschiedene Wohn- und Nutzungsformen, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten. Die Pläne für das Hochhausprojekt auf dem Gelände des Wir-Gartens in der Erfurter Innenstadt wurden in den vergangenen Wochen weiter konkretisiert. Um das Vorhaben zu realisieren, arbeitet die Wachsenburg Baugruppe mit einem interdisziplinären Team zusammen, das aus einem Dutzend regionalen und national agierenden Büros besteht. „Insgesamt greifen wir damit schon heute auf ein Netzwerk von rund 400 Spezialisten aus ganz Deutschland zurück“, sagt Busse. Der Baubeginn ist für 2018 geplant. Im Zuge eines ersten gemeinsamen Zusammentreffens aller Projektpartner würdigte der Amtsleiter der Erfurter Stadtentwicklung und Stadtplanung, Paul Börsch, Anfang Juni nochmals das geplante Bauvorhaben. „Jetzt haben wir die Chance, das oft mit den Städten der neuen Länder verbundene Image des historisierenden Rückwärtsblickes nach vorn zu wenden“, sagte er. Für Börsch sind die beiden Hochhäuser am Juri-Gagarin-Ring daher gleichfalls ein politisches Statement für Europa und für eine offene Gesellschaft in Erfurt. Die Landeshauptstadt könne nun zeigen, dass sie mehr als die perfekt sanierte Puppenstube sei. „In diesem Fall ist die Immobilienentwicklung ein Meilenstein, der das historische Erfurt um die Gegenwart ergänzt. Während Großstädte wie Frankfurt am Main oder Dresden verloren gegangene barocke oder mittelalterliche Stadträume rekonstruieren, wird am Ostring in Erfurt nun ein Stadtraum der klassischen Moderne rekonstruiert.“

Im Rahmen des Meetings stellte Stephan Genge von der WAP – Worschech Architekten Planungsgesellschaft aktuelle Planungen zu den mehr als 110 Wohneinheiten in den knapp 60 Meter und etwas über 40 Meter hohen Türmen sowie der dazugehörigen Stadtvilla vor. Der Bebauungsplan-Entwurf soll im August eingereicht werden, der Bauantrag im Dezember dieses Jahres.