24
OKT

AIRTEC 2017: Wann geht das E-Flugzeug in Serie?



Trends der dreitägigen Fachmesse in Hallbergmoos: Digitalisierung, elektrisches Fliegen, 3D-Druck und Virtuelle Realität (VR)

München / Hallbergmoos, 24. Oktober 2017. Von heute an bis zum 26. Oktober tauschen sich am  Munich Airport Business Park (MABP) in Hallbergmoos im Rahmen der AIRTEC 2017 drei Tage lang Luftfahrtexperten und Hersteller über künftige Entwicklungen der Branche aus. Die Veranstaltung zählt mit rund 150 Ausstellern, von denen über 70 Prozent aus dem Ausland kommen, zu den führenden Messen der internationalen Zulieferindustrie der Luft- und Raumfahrtbranche. Die Veranstalter rechnen mit mehreren Tausend Fachbesuchern aus dem In- und Ausland. Neben aktuellen Schwerpunktthemen beleuchtet die Messe künftige Trends wie elektrisches Fliegen, 3D-Druck, Digitalisierung und Virtuelle Realität (VR).

„Wir freuen uns, dass die AIRTEC 2017 in unserer Gemeinde ausgetragen wird, die durch ihre Nähe zum Flughafen ein besonderes Verhältnis zu Themen rund um die Luftfahrt hat. Allein am Munich Airport Business Park sind gut 16 Prozent der mehr als 250 Unternehmen der Luftfahrtbranche zuzuordnen“, erklärte Harald Reents, Erster Bürgermeister der Gemeinde Hallbergmoos, während des Pressegesprächs zur Eröffnung.

Wie die Veranstalter im Vorfeld der Veranstaltung sagten, steht die Branche vor großen Veränderungen. Ob intelligentere Gepäckabfertigung, schnellere Koordination der Passagiere oder wirtschaftlichere Frachtlogistik: Die digitale Transformation hat in der Luft- und Raumfahrtbranche längst Einzug gehalten und wird das Fachpublikum bei Gesprächen und Vorträgen beschäftigen. Durch die Digitalisierung werde nicht zuletzt das autonome Fliegen weiter vorangetrieben. „Der Digitalisierung wird das Potenzial einer enormen Effizienzsteigerung zugerechnet, die angesichts eines schnell wachsenden Flugverkehraufkommens dringend erforderlich ist. So sollen Flugzeuge künftig eigenständig die effizienteste Route wählen“, sagte Ralf Banitzki, Sales Director bei der Groupe Latécoère, dem weltweit zweitgrößten Zulieferer für Onboard-Kabelbäume und größten Lieferanten von Avionik-Racks, ebenfalls im Rahmen der Pressekonferenz zur Eröffnung der Messe.

Gerd Heinrich, Beiratsmitglied der Airtec: „Neue Technologien werden die Luft- und Raumfahrtbranche in den nächsten Jahren deutlich prägen. 3D-Druckern kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.“ Durch sie lassen sich innerhalb kürzester Zeit Ersatzteile für Flugzeuge konzipieren oder auch einzelne Bauteile in bestehenden Flugzeugen optimieren. So können etwa durch geringe Gewichtseinsparungen große Mengen an Kohlenstoffdioxid eingespart werden. Heinrich betonte im Zuge der Pressekonferenz die Bedeutung Deutschlands für die Branche.

In Zeiten wachsender Ölknappheit und des Klimawandels gilt zudem das elektrische Fliegen als eines der großen Zukunftsthemen – auch bei der AIRTEC in Hallbergmoos. Mit herkömmlichen Triebwerken oder alternativen Kraftstoffen allein wird die Luftfahrtindustrie die Umweltschutzauflagen bei künftig immer mehr Flugzeugen nicht erfüllen können. Während kleinere Elektro-Flugzeuge bereits produziert wurden, etwa ein Zweisitzer von Airbus, den sogenannten E-Fan, oder der E-Genius des Stuttgarter Institut für Flugzeugbau, plant Easy-Jet zusammen mit dem US-Startup Wright Electric ein elektrisches Passagierflugzeug für 220 Fluggäste mit einer Reichweite von rund 540 Kilometern. Das E-Flugzeug soll in zehn Jahren einsatzbereit sein.

Auch Virtual Reality (VR) gewinnt in der Luft- und Raumfahrt immer mehr an Bedeutung. So können Experten Flugzeuge künftig virtuell entwickeln und testen. Ferner können Piloten in Ausbildung realitätsnahe Flugsimulationen in Extremsituationen durchlaufen, ohne ich tatsächlich in Gefahr zu begeben.